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Waldgänge – Für eine multimediale Kunstaktion von Vincenzo Baviera wurden ‚Böcke‘ entwickelt, die den beteiligten Musikern Schutz und Übersicht gewähren sollten. Die Konstruktion verwies bezüglich Materialität auf die vertrauten Jagdhochsitze, irritierte aber durch die skulpturale, extrovertierte Form.

Die Aktion wollte auf vorhandene Potenziale und Gefahren aktueller Entwicklungen in peripheren Regionen aufmerksam machen. Der Künstler Vincenzo Baviera hat die im Safiental von ihm realisierte Installation für die Durchführung in Neuhausen adaptiert. Die Waldgänge symbolisierten die unterschiedlichen Kräfte (politisch, gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch), welche auf periphere Gebiete wirken. Für die an der Aktion beteiligten Musiker sind Standplätze entworfen worden, die Schutz boten, zugleich aber auch Übersicht gewährten. Die zu diesem Zweck entwickelten ‚Böcke‘ thematisierten das prekäre Gleichgewicht – auch konstruktiv – zwischen Schutz und Ausgeliefertsein. Der Nachhaltigkeit hinsichtlich Ressourcen und Kosten der Konstruktion kam eine wichtige Bedeutung zu. So stammten die Baumstämme aus dem Wald vor Ort. Die ‚Böcke‘ wurden so konstruiert, dass nur Druckkräfte aufgenommen werden mussten. Somit waren für die Stabilität keine Eisenteile nötig. Stricke hielten die Hölzer in Position. Nach der Aktion wurden die Konstruktionen ihrem Schicksal überlassen.