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Sprössling – Wettbewerb eingeladen, 1. Rang – Die Buchmann-Kollbrunner-Stiftung und die Stiftung Sulzberg beabsichtigen, auf dem Areal Museumstrasse eine Kindertagesstätte und einen Ausstellungsraum zu realisieren. Die Kita ist für zwei Gruppen von behinderten und nichtbehinderten Kinder zwischen 0 und 5 Jahren geplant. Der Ausstellungsraum als Ergänzung zum räumlichen Angebot der Villa Sträuli muss mit unterschiedlichen Nutzungen bespielt werden können. In erster Linie als Ausstellungs- und Atelierraum gedacht, soll er auch als Seminarraum genutzt werden können.

Die historische, parkähnliche Anlage im Areal Museumstrasse ist Teil eines grösseren durchgrünten Raumes, welcher den Altstadtkern umgibt. Das Ensemble von Park und Villen weist einen hohen Wert auf und darf durch den Neubau nicht beeinträchtigt werden. Die Platzierung eines Gebäudes mit einer – für diesen Ort – grossen Gebäudefläche in der sensiblen Gartenanlage ist nicht unproblematisch. Eine möglichst zurückhaltende und selbstverständliche Einfügung in die historische Bebauungs- und Gartenstruktur ist essentiell, um dem Ensemble den notwendigen Freiraum zu gewähren. Durch die Setzung des Gebäudes wird diesem Aspekt Rechnung getragen: ein kreuzförmiger Grundriss greift in die Gartenanlage aus und verzahnt sich mit dieser. Es entstehen hofartige Räume zwischen dem Bestand und dem Neubau, welche mit verschiedenen Nutzungen bespielt werden. Durch die Gliederung des Baukörpers ist er nicht als Gesamtvolumen erfassbar, durch die Materialität und Struktur bleibt das Gebäude dennoch als Einheit lesbar. Um die Massigkeit zu minimieren, ist der Neubau auf verschiedenen Ebenen gegliedert: die Nutzungen des Erdgeschosses werden auf drei, kreuzförmig angeordnete Körper aufgeteilt. Ein unterschiedlich hohes Brüstungsband verweist durch die Höhenversätze auf die jeweilige Nutzung und schliesst den Baukörper nach oben hin ab. Das Obergeschoss des zweigeschossigen Kita-Bereiches ist in Holz ausgeführt und setzt sich vom muralen, dem Boden entspringenden Erdgeschoss ab. Die Räume verfügen über starke visuelle und funktionale Bezüge zum Aussenraum und sind zu den jeweiligen Garten- und Hofräumen orientiert. Die Verknüpfung von Gebäude und Aussenraum trägt wesentlich zur Einfügung des Bauwerkes in die Gartenanlage bei.