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Winkel – Auf dem Grundstück einer seit Jahrhunderten ortsansässigen Familie wurde ein Einfamilienhaus mit einer (Ferien-) Einliegerwohnung erstellt. Das Haus soll durch eine zeitgemässe Interpretation der ortsbaulichen Tradition zur sanften Dorfentwicklung beitragen. Zudem schafft es attraktiven, den heutigen Anforderungen entsprechenden Wohnraum.

Die Baugeschichte des Dorfes ist geprägt durch aus der Ferne zurückkehrende vermögende Söldner. Zuhause angekommen, gaben sie repräsentative Bauten in Auftrag. Die lokale Baukunst vermischte sich mit den Eindrücken aus der Fremde. So findet man in diesem Walserdorf, das traditionellerweise durch Holzbauten geprägt wäre, imposante, an Palazzi erinnernde Massivbauten. Diese Besonderheit wurde aufgegriffen und weitergesponnen. Dem Bauen des Ortes folgend, wurde die bestehende hölzerne Stallscheune durch einen prägnanten Wohnbau ergänzt. Die Hülle aus Beton erlaubt den Verzicht auf die notwendige konstruktive Detaillierungen eines gemauerten Gebäudes. Die angestrebte abstrahierte Erscheinung des Baukörpers konnte durch die Wahl des Werkstoffes erreicht werden. Organisatorisch bilden der Neubau und die Scheune eine Nutzungseinheit, die über einen Keller räumlich verbunden sind. Bei Bedarf kann die Einliegerwohnung über eine interne Verbindung mit dem Rest des Hauses zusammengeschlossen werden. Durch die Kombination traditioneller und zeitgemässer Elemente wird der Neubau Teil des Dorfgefüges, ohne seine im Jetzt verwurzelte Eigenständigkeit aufzugeben.